Anleitung: Gipsfaserplatten richtig schneiden

Was sind Gipsfaserplatten?

Gipsfaserplatten werden vornehmlich im sogenannten Trockenbau verwendet. Gipsfaserplatten unterscheiden sich im wesentlichen von den einfacheren und kostengünstigeren Gipskartonplatten. Gipskartonplatten sind neben dem Kern aus Gips lediglich mit eine Hülle aus Karton umgeben und können je nach Bauklasse nicht für alle Trockenbauvorhaben gleich genutzt werden. So sind die einen etwa für Feuchträume geeignet und die anderen dagegen nicht. Gipsfaserplatten eignen sich nahezu für alle Bedarfe und Erfordernisse an die Bauumgebung und sind nicht brennbar (Baustoffklasse gemäß DIN EN 13501-1 A2). Durch die integrierten Zellulosefasern sind Gipsfaserplatten äußerst stabil, wärmeisolierend und schallschutzsdämmend. Ein weiterer Pluspunkt ist die normative Imprägnierung gegen Nässe und Feuchte.

Größen, Gewicht und Belastbarkeit von Gipsfaserplatten

In den Baumärkten angeboten werden Gipsfaserplatten in den Größen
10 – 22 mm in der Stärke
1.000 – 1.260 mm in der Breite
1.500 – 3.100 mm in der Länge
18 kg Eigengewicht als Mittelmaß bei Einmannplatten
bis zu 40 kg/ je lfd. Meter Belastbarkeit (bei Wänden mit 10/12mm Stärke )

Gipsfaserplatten nach dem Kauf auf die richtige Größe bringen

Benötigte Werkzeuge um Gipsfaserplatten zu schneiden und an ein Ständerwerk bzw. an Decke, Wand und Boden anzubringen, sind Cuttermesser, Teppichmesser, Sägen, Kleber, Dübel und Schrauben.

Je nach Dicke der Platten genügt es unter Umständen, die Platte lediglich mit einem Messer anzuritzen und anschließend zu brechen. Am Besten zieht man die Ritze entlang einer Metallschiene. An einer scharfen Kante (etwa der Tischkante) kann nun die Gipsfaserplatte abgeknickt werden. Genauso nimmt man eine derartige Ritze bei stärken Gipsfaserplatten zur Hilfe. An der angeritzten Linie wird mit einem Cuttermesser die Gipsfaserplatte genau auf Maß geschnitten. Besser noch ist der Einsatz eines Plattenreißers. Genauso gut klappt es mit einer ganz normalen Stichsäge oder einem Fuchsschwanz. Wobei beim Sägen deutlich mehr Staub aufgewirbelt wird. Nach dem Schneiden oder Brechen können die Gipsfaserplatten mittels Dübel und Schrauben an Ständerwerke aus Metall oder Holz und auf sonstigen Unterbauten angebracht werden.

Arbeiten mit der Handkreissäge für akkurate Fugenabstände

Um gerade Kanten für gleichmäßige Fugen zu erhalten, ist das Arbeiten mit einer Handkreissäge die bessere Methode. Verwenden sollte man dazu ein mit Hartmetall beschichtetes Sägeblatt. Es empfiehlt sich beim Schnitt eine niedrige Geschwindigkeit einzustellen. Auch ist eine Atemschutzmaske anzuraten. Die Schnittkanten erhalten einen sauberen, genau auf Maß gebrachten und glatten Schnitt. Derart vorbereitet können die Fugen fachgerecht mit einer Spachtelmasse verfugt werden. Gerade für tragende Wände, die anschließend mit Fliesen bestückt werden sollen oder für den Trockenstrichboden aus Gipsfaserplatten, sind gerade, ebene und gleichmäßige Fugen besonders wichtig.

Weitere Varianten

Die Gipsfaserplatten gibt es speziell auch als ‚fertigen‘ Trockenestrichboden zu kaufen. Dieser eignet sich für alle Wohnbereiche. Weitere Varianten sind Gipsfaserplatten für Außenbereiche (etwas als Schall- und Brandschutz). Gipsfaserplatten sind aufgrund der höheren Belastbarkeit, einer guten Schall- und Wärmedämmung und der Feuchtigkeitsunempfindlichkeit, etwas höher im Preis angesiedelt als einfache Gipskartonplatten.